Weihnachtsgeschenke

Mitte November - die Straßen füllen sich, die Öffnungszeiten der Geschäfte werden verlängert, die Einkaufstüten werden immer voller mit Geschenken und es dreht sich alles nur noch um die eine Frage: Was schenke ich bloß dieses Jahr meiner Frau, meinem Mann, meinen Kindern, meiner Arbeitskollegin zu Weihnachten?
Mittlerweile dreht sich bei dem Fest der Liebe eigentlich alles um dieses eine Thema: Weihnachtsgeschenke. Begibt man sich jedoch in die Geschichte von Weihnachten und liest etwas in unterschiedlichster Literatur nach, sind eigentlich Themen wie Weihnachtsschmuck, Christbäume oder Weihnachtslieder vorrangig. Wie ist also eigentlich das Weihnachtsgeschenk entstanden?
Zunächst war Weihnachten eher eine Zeit des religiösen Fastens. Langsam entwickelte sich jedoch der Namenstag des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember zu einem Tag, an dem Geschenke für Kinder üblich wurden und der Nikolaus wurde somit quasi zum Vorläufer des Christkindes, welches heutzutage Weihnachtsgeschenke für Kinder, und für die ganze Familie bringt. Das Christkind wiederum wurde im Rahmen der protestantischen Reformbewegungen in Deutschland eingeführt, da alle katholischen Heiligen sozusagen „eliminiert" werden sollten. Da die Geburt Christi auf den 25. Dezember festgelegt wurde, bürgerte sich auch der 24. Dezember als Tag des Weihnachtsfestes heraus, um so in den Geburtstag von Jesus hineinfeiern zu können.
Der Umfang der Weihnachtsgeschenke hat sich im Laufe der Zeit erheblich vergrößert. War es zunächst beispielsweise üblich, dass das Christkind ein Buch oder ein paar Naschereien unter den Christbaum legte, so hat sich Weihnachten mittlerweile zu einem regelrechten „Geschenkewettkampf" entwickelt. Wer schenkt wem was, von wem habe ich wie viel bekommen? Solche Gedanken zu haben, wird von den meisten Menschen zwar nicht offen zugegeben, jedoch kommen sie immer häufiger vor. Weihnachten hat sich durch die Entwicklung des Geschenke-Booms nicht nur zu einem Fest der Familie, sondern auch einem Fest der Wirtschaft entwickelt, wenn man sich zum Beispiel die jährlich steigenden Umsatzzahlen der Geschäfte zu dieser Jahreszeit anschaut. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Schenken mittlerweile fast eine gesellschaftlich aufgebürdete Bringschuld ist, die, wenn man sie nicht einhält, auch zu großen Irritationen in zwischenmenschlichen Beziehungen führen kann. Wer kennt es nicht: man bespricht mit seinem Partner, was man sich gegenseitig zu Weihnachten schenken könnte und trifft die Vereinbarung, dass man sich dieses Jahr nichts schenkt. Schenkt einem der Partner dann jedoch wirklich keine Weihnachtsgeschenke, löst dies doch etwas Unbehagen und Enttäuschung aus.

Wie man sieht, haben sich Weihnachtsgeschenke im Laufe der Zeit immer mehr zu einem fixen Bestandteil des Weihnachtsfestes entwickelt, welche auch einen sozial wichtigen Aspekt bilden. Vielleicht wäre es jedoch auch gar nicht so falsch, sich mal wieder etwas mehr mit dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern oder weihnachtlichen Schmücken der Wohnung zu beschäftigen, den ursprünglich relevanten Themen zu Weihnachten...

Svenja Frick
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Der Artikel Weihnachtsgeschenke in der Kategorie Familie, wurde am 22.10.2009 um 04:51 Uhr geschrieben und vom Autor Svenja Frick svenjafrickgmx.at verfasst.