Blumen und Pflanzen der Erde
Auf der Alm
Bis in die Mitte unseres Jahrhunderts trieben die Bergbauern der Alpen regelmäßig im Sommer ihre Rinder in die Hochlagen des Gebirges oberhalb der Baumgrenze. Die mehrere Monate im Jahr beweideten Matten werden als Almen bezeichnet. In Rumänien und Bulgarien ist die Almwirtschaft noch heute verbreitet allerdings trifft man hier meist Schaf- und Ziegenherden an.
Die Tiere fressen mit Vorliebe die jungen Triebe der Sträucher ab und verhindern dadurch am Übergang zur Krummholzstufe das Aufkommen von Gehölzen. So dehnen sich die Grasfluren auf Kosten der Latschen-Kiefern immer weiter aus. Auch manche schönblühende Staude der ursprünglichen Hochgebirgs-Matten fällt dem Weidegang zum Opfer, andere, widerstandsfähigere Arten breiten sich dafür umso stärker aus. Wo die Herden lagern, sammelt sich auch der Kot der Tiere. Der Boden wird dadurch besonders Stickstoff reich. An solchen überdüngten Stellen breitet sich eine eigenartige Pflanzenwelt aus, die man als Lägerflur bezeichnet.
Der zu den Liliengewächsen gehörende Germer ist hier besonders häufig. Seine handgroßen längsnervigen Blätter entspringen dem zunächst kurz bleibenden Sproß. Mit ihrem verbreiterten unteren Abschnitt, der Scheide, hüllen sie die jeweils jüngeren Blätter wie mit einem Mantel schützend ein. Die Pflanze bildet auf diese Weise einen bis zu 2 Meter hohen »Scheinsproß«. Schneiden wir ihn durch, so finden wir statt eines Stengels nur ineinander geschachtelte Blattscheiden. Erst zur Blütezeit streckt sich der Sproß und schiebt sich durch die Blattröhre nach oben.
Der Germer ist giftig und wird deshalb vom Vieh gemieden. Da er aber auf nährstoffreichen Standorten besonders gut gedeiht, wird er mit zunehmender Beweidung auf den Matten immer häufiger und macht die Almen schließlich für die Bauern unbrauchbar.
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Auf stark überdüngten Stellen wächst der auch in tieferen Lagen vorkommende Alpen-Ampfer ungewöhnlich üppig. Sein dickes Rhizom liegt waagerecht im Boden und treibt unmittelbar nach der Schneeschmelze gelb-lichgrüne bis kupferrote Blätter. Schon nach
8 Tagen folgen die ersten Blütentriebe, und in kurzer Zeit ist die Pflanze bis zu 2 Meter Höhe herangewachsen. Die grundständigen Blätter erinnern an Rhabarber und werden bis zu 50 Zentimeter lang. Sie sind zwar nicht giftig, werden aber trotzdem vom Vieh nicht gern gefressen. So bedeckt der Alpen-Ampfer oft große Flächen und unterdrückt Gräser und andere wichtige Futterpflanzen. Noch nach Jahrzenten zeugt er von einer ehemals übermäßig starken Viehhaltung oberhalb der Baumgrenze.
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Der Artikel Blumen und Pflanzen der Erde in der Kategorie Blumen / Pflanzen, wurde am 21.02.2009 um 00:05 Uhr geschrieben und vom Autor Jessi Bergner immax159
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